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Paarungsverhalten der Tauben

Verfasst von admin am 15. Februar 2011 - 0:00.

Paarungsverhalten der Tauben

 

Entscheidend für den Zuchterfolg

 

Das Fortpflanzungsvermögen der Tauben beginnt naturgemäß mit der Geschlechtsreife von Täubin und Täuber. Bei den Haustauben hat die Natur dieses Wunder sehr frühzeitig angelegt. Auf dem Weg dorthin, „mausern“ sie; dabei legen sie infolge des Federwechsels das Kleid der Kindheit ab, wird die Stimme der erwachsen werdenden Männchen hörbar maskuliner und sie lassen sich kaum noch einschüchtern, wenn ihnen ein älterer Artgenosse zu nahe kommt. Sie bieten ihm Paroli.

Bedrängt, reagieren die jungen Weibchen selbstbewusst. Werden sie umworben, zeigen sie sich zunehmend öfter kokett, gegenüber Bewerbern besonders reizvoll von ihrer sympathieerwidernden Seite. Veranlagungen der Rasse und konditionelle Verfassung des Individuums sind einflussnehmende Voraussetzungen, die zeitlich über die geschlechtliche Fortentwicklung entscheiden. Nicht selten, dass Jungtauben bis zum kalendarischen Jahresende sogar noch eine Brut aufziehen. Letztendlich kommt es hierbei auf den Zeitpunkt an, wann sie das Licht der Welt erblicken. In ein sonnenbeschienenes Frühjahr hinein geboren, lässt durchaus ein rasches „Fertigwerden“ erwarten. Schließlich zählen die Tauben zu den am schnellsten wachsenden Wirbeltieren.

Was die Befähigung der domestizierten (Felsen-)Tauben, unserer (Nutz-)Haustauben, zur Fortpflanzung betrifft, bilden sie nach selektiver Auswahl nun im Haustierstand befindlich und Dank der Fürsorge ihrer Pfleger obendrein eine Ausnahme. Dem Freileben jedoch überlassen, benötigen sie bis zur Verwirklichung ihrer lebenskrönenden Handlung sich fortzupflanzen, einen längeren Entwicklungszeitraum. Ihre Ahnen benötigen dazu in der Regel bis zu zwei Jahre.

Hat sich ein Paar gefundenbzw. Mit Zutun des Züchters – wie es in der Rassetaubenzucht üblich ist – Partnerin und Partner (zwangs-) verpaart, wiederholen sich die Fortpflanzungsrituale von mal zu mal vor jedem neuen Gelege. Von Rasse zu Rasse gibt es da keine außergewöhnlichen Unterschiede. Eher unterscheidet sich das Temperament. Täuber schwerer Rassen Rassen wirken bedächtig, währenddessen sich die Vertreter der leichteren auffällig dynamischer ins Zeug legen – Ringschläger sind dabei rassetypisch bemüht, auf ihre Weise die Täubinnen mit großer Aufmerksamkeit zu umwerben.

Darauf wird sich der Züchter einstellen müssen: Die Gegebenheiten für das Gelingen des Vermehrens seiner Tauben – das der Qualitäten ist ein anderes Thema – müssen ganz einfach stimmen, wie es im Züchterchargon heißt. Unterkunft und Versorgung sind nicht alles, den Ansprüchen dieser Vögel gerecht zu werden. Da sind komplikationslose Freiräume zu schaffen. Vor allem ist die Überbesetzung des Schlages – das größte aller Übel in jeder Tierhaltung – zu vermeiden, damit Nistplätze und Sitzgelegenheiten in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen.

Des Weiteren ist die Funktionalität sowohl des Zuchtschlages als auch die Voliereneinrichtung zu prüfen, inwieweit das Lebensraumangebot die Aufenthaltsbedingungen ihren Bewohnern genügt. Da sind zu hoch angelegte Sitzstangen bei nicht flugwilligen Rassen oder nebeneinander zu dicht installierte Ruheplätze, die die Aufenthaltsqualität sensibler Pfleglinge beungünstigen, zu korrigieren. Rassegerechtes Ausstatten der künstlich nachgeahmten Lebensräume heißt die Maxime.

Eingeschränkte Bewegungsfreiheit hindert die Tauben am Ausleben ihrer arteigenen Verhaltensmechanismen. Bei Unterdrückung würde deshalb das Nachlassen derselben eine Folge davon sein; denn Enge bringt Zwänge, sie löst psychischen Druck aus, und zwar auf den gesamten Bestand. Aktivitätseinbußen nehmen zu, und Anfälligkeit gegenüber Krankheiten ist zu befürchten.

Das Paarungsereignis beinhaltet tatsächlich Rituale, wie sie so nirgendwo als in der Vogelwelt derart vielfältig ausgeprägt sind. Ursprüngliche Verhaltensbesonderheiten der Vorfahren, wieder zu finden in spezifischen Flugspielen einiger Rassen, wie Ringschlagen, Flügelstellen u.a., sind schließlich stimulierende Bestandteile, die den Höhepunkt der geschlechtlichen Vereinigung, die Befruchtung, vollziehend vorbereiten.

Ein Vorgang, der vom Taubenzüchter in der Haltungsweise zu begünstigen ist. Daraus resultierend, muss er seinen Tieren die rassegerechte Basis bieten, sollen sie unter Berücksichtigung der Ansprüche an ihre Umwelt auf Generationen hinaus, die Vermehrung verwirklichen können.

Intelligenter hätte deshalb die Forderung des SV der Ringschlägertauben nicht ausfallen können: Ohne protokollierte Ringschlägerwettbewerbsteilnahme keine Meisterehren im Ausstellungskäfig. Zugunsten der rassespezifischen Definition klug entschieden. Ein Modus, der zur Nachahmung empfohlen. Schule machen könnte – zum Segen mancher Rasse!

Solche Fortpflanzungsdetails lassen sich eben nur im Freiflug oder in großzügigen, d.h. In solchen Zuchtanlagen beobachten, wo die Insassen genügend Spielraum haben. Ein solches Schauspiel ist ein echter Augenschmaus, an dem sich auch die Züchter erfreuen. Wie sonst hätten sich die Liebesbezeugungen unserer Tauben in den von den Menschen so gehuldigten Künsten niederschlagen können? Dem Turteln der Tauben gleich, führt es die Liebenden zusammen. Balsam für die Seele – für jede.

 

 

Quelle: Geflügelzeitung

 

 

Tanja Meier Stand: 13. Februar 2012

 

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