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Geflügel im Sommer

Verfasst von admin am 21. April 2008 - 11:38.

Geflügel im Sommer

 

In der Sommerzeit besitzen wir noch viel Junggeflügel; denn die meisten Tiere können wir vorab noch nicht richtig ihrem Wert nach einordnen. Die heisse Sommerhitze hingegen erfordert einige Aufmerksamkeit. Zum Sommerausgang hin haben wir es mit Gefiederwechsel der Vögel zu tun, wobei wir die Tiere besonders zu pflegen haben.

Noch im Frühling sind die letzten Vögel geschlüpft, sodass der Züchter im Frühsommer und Hochsommer immer noch eine ganze Anzahl von Junggeflügel besitzt, bei dem der eigentliche Ausstellungswert noch nicht richtig beurteilt werden kann. Dennoch sollte man immer wieder die Bestände durchsehen und jene Tiere aussondern, die wir absolut nicht für das Ausstellen oder für die weitere Zucht nehmen können. Dabei kontrollieren wir immer wieder auch den Ringsitz und sehen die Tiere auf Befall mit Plagegeistern hin durch.

Sauberkeit in allen Stallungen ist natürlich, wie immer, das oberste Gebot. Wichtig ist auch, dass wir immer frisches Trinkwasser geben, weil die Vögel im Sommer viel trinken wollen. Wenn die Wasservögel nur kleine Schwimmgelegenheiten haben, so sollte man diese häufig ablassen und säubern und mit frischem Wasser wieder auffüllen.

Geht es langsam gegen den Sommerausgang der Mauser zu, so sollten wir zum einen ein gutes Mauserfutter reichen. Besonders ist nun aber auch daran zu denken, das der Federnaufbau von den Vögeln viele Zusatzstoffe erfordert, die wir beifüttern müssen. Später, wenn erst das neue Gefieder gebildet ist, kann man an ihm nichts mehr verändern. Darum ist jetzt während des Federns darauf zu achten, dass alle diese Stoffe beigegeben werden. Vor allem will das Geflügel auch viel an Grünfutter verzehren. Beim üblichen Futter sollten wir auch daran denken, dass manche Futtermittel die Farbgebung im Gefieder oder sonst wo am Körper beeinflussen können. Glanz erreicht man mit ölhaltigen Sämereien wie zum Beispiel mit Sonnenblumenkernen.

Im Stall und in den Ausläufen achtet man darauf, dass die abgeworfenen  Federn so schnell wie möglich entfernt werden, damit sich in ihnen keine Parasiten einnisten. Bei der Gefiederneubildung ist durch Handproben darauf zu achten, dass die Vögel nicht gleich wieder hohen Befall an Federlingen haben. Desgleichen muss man während dieser Zeit auch häufig die Sitzstangen und Legenester einsprühen, damit sich keine Parasiten wie etwa die gefürchtete Rote Vogelmilbe einnisten. Letztere bemerkt man daran, dass die Hühner zum Beispiel abends nicht in den Stall gehen wollen. Ist dieser durch diesen gefährlichen Sauger nämlich verseucht, treiben sich die Tiere noch während der Dämmerung in den Ausläufen herum, weil sie das Hineingehen in den Stall fürchten. Denn während der Dunkelheit saugen diese Schmarotzer auf den Vögeln.

Ausbesserungsarbeiten an den Ausläufen oder an den Stallungen können jetzt noch gut durchgeführt werden, weil das Wetter noch sehr schön ist.

Dann ist daran zu denken, dass man diejenigen Tiere, die später zu den Schauen sollen, in die Dressur nimmt. Dies ist eine Sache, die nicht binnen kurzer Zeit geschafft werden kann. Daher ist genügend lange Zeit vor den Ausstellungen für diese Arbeit einzuplanen. Zunächst werden die Vögel an die Ausstellungskäfige gewöhnt, dann versucht man in einem weiteren Schritt, sie in Stellung zu bringen. Die Tiere lernen alsbald, was von ihnen verlangt wird. Wichtig ist nur, das man den Vögeln völlig vertraut ist und die Tiere sich zahm verhalten. Scheue Tiere bei den Ausstellungen sind bekanntlich nur sehr schwer oder nicht richtig zu beurteilen. Daher sollte man immer an die alte Züchterregel denken, wonach ein Gutteil an Punkten "zu Hause" errungen wird.

Wenn sich der Sommer neigt, die Frühherbstphase beginnt, können wir auch beim Junggeflügel immer sicherer in dessen Beurteilung werden. Ausgenommen sind nur jene Rassen, die sich ausgesprochen spät entwickeln. So sind wir nunmehr in der Lage, den Bestand an Junggeflügel erheblich zu reduzieren. Man sollte nun langsam nur noch solches Junggeflügel halten, das für die Schauen und für die weitere Zucht einzusetzen ist. Wir können auch daran denken, einige Alttiere an interessierte Züchter abzugeben. Vom Junggeflügel behält man zwei, drei Tiere mehr zurück, um eventuellen Ersatz für Ausfälle während des Winters zu haben. Auf diese Weise kommen wir wieder auf die Tierzahlen, die "bequemer" sind. Wir sparen auf diese Weise Platz und Futtergeld, natürlich auch Arbeit.

 

 

Quelle: Geflügelzeitung

 

 

Rassegeflügel - Tanja Meier Stand 15. Oktober 2011

 

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